Einfach erklärt
E-Control-Tarifkalkulator öffnen
Was kann der Tarifkalkulator?
Der unabhängige Rechner der E-Control vergleicht Strom- und Gasangebote für Österreich. Für einen ersten Vergleich genügen Postleitzahl und Jahresverbrauch in kWh. Das aktuelle Produkt kann als Vergleichsbasis dienen; bis zu drei Produkte lassen sich direkt gegenüberstellen. Details enthalten Preise, Konditionen, Kontaktdaten und gegebenenfalls Unterlagen für Wechsel oder Neuanmeldung. Quelle: Funktionen.
| Möglichkeit | Wofür ist sie nützlich? |
|---|---|
| Aktuelles Produkt vergleichen | Den eigenen Vertrag auswählen. Ist er nicht passend hinterlegt, Grundgebühr und Arbeitspreis manuell eingeben; Einheiten und netto/brutto beachten. |
| Rabatte berücksichtigen | Mit und ohne einmalige Neukundenrabatte vergleichen und die Bedingungen in den Produktdetails lesen. |
| Nach Preismodell filtern | Produkte mit Preisgarantie, ohne Garantie oder mit automatischer Anpassung unterscheiden. |
| Ohne Bindefrist suchen | Produkte auswählen, bei denen die Vertragsbedingungen einen früheren Wechsel ermöglichen. |
| Smart-Meter-Produkte vergleichen | Ein eigenes Lastprofil hochladen oder ein passendes Beispielprofil verwenden. |
| Strom Einspeisung vergleichen | Vergütung für PV-Überschuss prüfen, auch unabhängig vom Bezugsvertrag. |
| Gewerbe vergleichen | Eigener Gewerbe-Rechner für Strom bis 100.000 kWh/Jahr; Gas bis 400.000 kWh/Jahr. |
In sechs Schritten zum brauchbaren Vergleich
- Unterlagen bereitlegen: Jahresabrechnung, aktuelles Preisblatt und Vertragsbedingungen. Entscheidend ist der erwartete künftige Netzbezug; neue Wärmepumpe, E-Auto oder PV können ihn verändern.
- Ort und Verbrauch eingeben: Strom auswählen, Postleitzahl und Jahresverbrauch erfassen. Haushalts- und separaten Heizstromverbrauch auseinanderhalten.
- Vergleichsbasis prüfen: Der voreingestellte lokale Standardtarif muss nicht der eigene Vertrag sein. Das tatsächlich geltende Produkt beziehungsweise die eigenen Preise verwenden.
- Zweimal vergleichen: Einmal mit, einmal ohne Neukundenbonus. Preisgarantie und Bindung nach den eigenen Anforderungen filtern.
- Details gegenüberstellen: Bis zu drei Angebote vergleichen. Arbeitspreis, Grundgebühr, Bonusbedingungen und Laufzeiten prüfen; nicht nur die erste Zeile der Ergebnisliste lesen.
- Vor Abschluss nachlesen: Das aktuelle Preisblatt und die Vertragsbedingungen beim Anbieter kontrollieren. Prüfen, was nach Ablauf des Bonus oder der Garantie gilt.
Beispiel: Ein Bonus verändert die Reihenfolge
Fiktive Angebote bei 4.000 kWh Jahresbezug. Alle Zahlen sind brutto und betreffen nur die Energie inklusive Lieferantengrundgebühr. Netz und Abgaben sind hier nicht eingerechnet.
| Tarif A | Tarif B | |
|---|---|---|
| Arbeitspreis | 10 Cent/kWh | 8 Cent/kWh |
| Grundgebühr pro Jahr | 60 Euro | 120 Euro |
| Einmaliger Bonus | 150 Euro | 0 Euro |
| Energiekosten im ersten Jahr | 310 Euro | 440 Euro |
| Jahr ohne Bonus, bei unveränderten Preisen | 460 Euro | 440 Euro |
A ist im ersten Jahr günstiger, B im Jahr ohne Bonus. Für eine Entscheidung über mehrere Jahre die Kosten aller Jahre addieren. Ein Bonusangebot ist deshalb nicht grundsätzlich schlechter; wichtig sind die geplante Vertragsdauer und die Bereitschaft, erneut zu vergleichen. Quelle: Rabattbedingungen.
Fixpreis, Floater und dynamischer Tarif
- Preisgarantie: Ihr Umfang und Enddatum stehen im Vertrag. Sie ist keine Bindungsfrist und garantiert nicht automatisch sämtliche Teile der Stromrechnung.
- Floater: Der Energiepreis wird beispielsweise monatlich nach einer Indexformel angepasst. Eine Hochrechnung mit dem heutigen Preis ist keine Prognose der nächsten zwölf Monate.
- Dynamischer Tarif: Der Preis folgt Börsenintervallen. Für die Kosten zählt der Verbrauch im jeweiligen Intervall, zuzüglich der Lieferantengebühren. Den vertraglichen Zeitschritt und die erforderliche Smart-Meter-Einstellung prüfen.
Ein einfacher Börsenmittelwert beantwortet daher nicht, ob ein Spot-Tarif für einen bestimmten Haushalt günstig ist. Ein Haushalt mit viel Verbrauch in teuren Abendstunden kann anders abschneiden als einer mit verschiebbarem E-Auto-Laden. Quelle: Preismodelle und Berechnungsgrenzen.
Eigenes Lastprofil: besonders bei Wärmepumpe, E-Auto und PV
Für zeitabhängige Produkte kann der Tarifkalkulator ein tatsächliches Lastprofil aus dem Netzbetreiberportal verwenden. E-Control stellt CSV-Formatvorlagen und alternativ typische Haushaltsprofile bereit. Das eigene Profil bildet Winterverbrauch, Tageszeiten und PV-Restbezug besser ab als ein allgemeines Muster. Ein vollständiges, repräsentatives Jahr ist für den Vergleich besonders hilfreich. Quelle und Formatvorlagen.
Beispiel: Zwei Haushalte beziehen jeweils 8.500 kWh. Bei einem einheitlichen Arbeitspreis zählt diese Menge; bei einem dynamischen Tarif macht es einen Unterschied, ob sie vor allem an Winterabenden oder in günstigeren Intervallen anfällt. Auch ein historisches Profil liefert keine sichere Vorhersage zukünftiger Börsenpreise.
PV: Bezug und Einspeisung gemeinsam bewerten
Unter „Strom Einspeisung“ lassen sich mit Postleitzahl, Einspeisemenge und Anlagenleistung Angebote für Überschussstrom vergleichen. Der Filter „Mit Bezugsprodukten anderer Marken kombinierbar“ findet Angebote ohne Bindung an den Bezugsanbieter. Quelle: Eingaben · Quelle: Kombinierbarkeit.
Für die eigene Bewertung gilt: jährliche Bezugskosten plus Gebühren der Einspeisung minus Einspeiseerlös. Eine hohe Einspeisevergütung kann durch einen teuren gekoppelten Bezugstarif aufgezehrt werden. Netzbezug und Netzeinspeisung verwenden, nicht den gesamten Haushaltsverbrauch oder die gesamte PV-Erzeugung.
Zusätzliche Zählpunkte, Energiegemeinschaft und Sozialtarif
Bei einem eigenen Zählpunkt für Heizung oder Warmwasser den Verbrauch, die Tarifbedingungen und zusätzliche Grundgebühren gesondert erfassen. Nicht automatisch alles mit dem Preis des Haushaltszählpunkts rechnen.
Bei einer Energiegemeinschaft den voraussichtlichen Restbezug beim Lieferanten für den Tarifvergleich ermitteln. Für die Gesamtkosten kommen Gemeinschaftsstrom, Mitglieds- oder Verwaltungsgebühren und die zutreffenden Netzentgelte dazu. Eine allgemeine Ergebnisliste ersetzt diese individuelle Rechnung nicht. Beim Sozialtarif zusätzlich Kontingent, Lastprofil und Referenzwerte berücksichtigen.
Was das Ergebnis nicht aussagt
Der Rechner prüft keine alte Jahresabrechnung und sagt die künftigen Marktpreise nicht voraus. Nach E-Control wird der Sommer-Nieder-Arbeitspreis SNAP im Tarifkalkulator nicht berücksichtigt; seine mögliche Ersparnis ist gesondert zu bewerten. Quelle: Grenzen des Vergleichs.
Für Experten und Marktteilnehmer
Ein Vergleich ist nur nachvollziehbar, wenn Abrufdatum, Verbrauch, Netzgebiet, aktuelle Vergleichspreise, Bonusannahmen und verwendetes Lastprofil dokumentiert sind. Standardtarife, kundenspezifische Bestandsverträge und historische Abrechnungen auseinanderhalten. Bei veränderten Bezugsprofilen durch PV, Speicher oder gemeinsame Energienutzung die Annahmen neu berechnen.
Weiterlesen: Börsenpreise und Erzeugungsdaten auf Energy-Charts · Tarife bei gemeinsamer Energienutzung.
Quellenstand: 8. Oktober 2026. Funktionen anhand der E-Control-Dokumentation beschrieben; Bezeichnungen und verfügbare Optionen können sich ändern. Rechenbeispiele sind fiktiv. Bei variablen Preisen sind Jahreswerte keine garantierten Kosten.
Quellen
- E-Control: Tarifkalkulator
- E-Control: Funktionen und Produktvergleich
- E-Control: wichtige Hinweise und Preismodelle
- E-Control: Smart Meter, eigene Lastprofile und CSV-Vorlagen
- E-Control: Rabatte
- E-Control: manuelle Eingabe und Filter ohne Bindefrist
- E-Control: Überschusseinspeisung vergleichen
- E-Control: unabhängige Einspeiseangebote finden
- E-Control: Gewerbe-Tarifkalkulator