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Stromimporte im Juli 2026: Trockenheit und die Rolle der Erneuerbaren

Johannes Ulrich · 31. Juli 2026

Datenstand und Einordnung

Beitrag vom 31. Juli 2026 mit den damaligen Grafiken. Die Wochengrafik weist 26,8 Prozent Importanteil an der dargestellten Summe aus; das ist keine abgeschlossene Wochen- oder Monatsbilanz und kein unmittelbarer Nachweis des gesamten österreichischen Strombedarfs. Der Juli-Vergleich blendet den Stromhandel aus und belegt daher den früheren Exportüberschuss nicht. Die Aussagen zu Ursachen, Wirtschaftlichkeit und einem Importanteil ohne Ausbau sind die Einordnung des Autors; die beiden Grafiken allein belegen diese Kausalitäten und das Gegenmodell nicht.

Wer hätte gedacht, dass Österreich in einer Juliwoche rund 25 % seines Strombedarfs importieren würde – nachdem wir in den vergangenen beiden Jahren in diesem Monat noch Strom exportiert haben. Auslöser ist die massive Trockenheit und damit der niedrige Wasserstand bei den Donaukraftwerken.

Energy-Charts: Österreich, Woche 31 2026. Dargestellte Gesamtmenge 658,0 GWh, davon Import 176,15 GWh oder 26,8 Prozent. Laufwasser 184,15 GWh, Solar 140,78 GWh, Wind 99,13 GWh.
Öffentliche Nettostromerzeugung und grenzüberschreitender Stromhandel, Woche 31/2026. Quelle: Energy-Charts / Originaldaten ENTSO-E. Historischer Datenstand 31.07.2026, 07:30 MESZ; die Woche war noch nicht abgeschlossen. Diagramm auf Energy-Charts.

Mehr im Inland mit Gaskraftwerken zu produzieren ist derzeit wirtschaftlich keine echte Option. Seit dem Wiederaufflammen des Iran-Kriegs sind die Großhandelspreise für Erdgas deutlich gestiegen. Entsprechend hoch sind auch die Strompreise – selbst mitten im Sommer.

Eines zeigt sich aber ebenfalls: Ohne den Ausbau von Windkraft- und PV-Großanlagen in den vergangenen Jahren wären die Importe noch deutlich höher ausgefallen. Dann hätten wir im Juli nicht rund ein Viertel, sondern etwa die Hälfte unseres Strombedarfs aus dem Ausland beziehen müssen.

Energy-Charts: öffentliche Nettostromerzeugung Österreichs im Juli, Vergleich 2015 bis 2026. Die dargestellte Summe beträgt im Juli 2024 5.318,7 GWh, 2025 4.965,9 GWh und 2026 vorläufig 3.847,1 GWh. Stromhandel und Last sind ausgeblendet.
Juli-Erzeugung im Vergleich 2015–2026. Quelle: Energy-Charts / Originaldaten ENTSO-E. Datenstand 31.07.2026, 07:30 MESZ; Juli 2026 noch nicht vollständig. Stromhandel und Last sind in dieser Grafik ausgeblendet. Zeitvergleich auf Energy-Charts.

Natürlich kann man den Standpunkt vertreten, dass Österreich langfristig vor allem vom Tourismus und Dienstleistungen leben soll und deshalb möglichst keine weiteren Energieanlagen gebaut werden sollen (Wind, PV & Wasserkraft ist ja für manche alles böse). Dann muss man aber auch akzeptieren, dass ein größerer Teil unseres Stroms importiert wird und sich energieintensive Industrie, neue KI-Rechenzentren oder andere stromintensive Investitionen eher dort ansiedeln, wo ausreichend und günstige Energie verfügbar ist – etwa in Teilen der USA oder vor allem China.

Die eigentliche Frage ist daher nicht, ob wir Energie brauchen, sondern ob wir sie künftig selbst erzeugen oder zunehmend von anderen Ländern abhängig sein wollen.

Stabiler wird das Wetter durch den Klimawandel die nächsten Jahre nicht.

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